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Michael Burry: Biografie, Vermögen und Short-Wetten

Marvin Felix Wagner Wolf • 2026-06-24 • Gepruft von Daniel Becker

Michael Burry, die reale Hauptfigur aus „The Big Short“, faszinierte Anleger, doch nach dem Ruhm folgten herbe Verluste und ein überraschender Rückzug. Dieses Porträt zeigt, wer der Investor wirklich ist, wie viel er besitzt und ob er heute noch shorts.

Geburtsdatum: 19. Juni 1971 •
Beruf: Arzt & Hedgefonds-Manager •
Bekannt für: Vorhersage der Immobilienblase 2008 •
Geschätztes Vermögen: ca. 300 Millionen USD •
Letzter Fonds: Scion Asset Management (geschlossen 2024/2025)

Kurzüberblick

1Wer ist Michael Burry?
2Größte Erfolge
3Größte Verluste
  • Short auf Tesla 2020 – Verlust durch Kurssprung (Fox Business (Wirtschaftsnachrichten))
  • Wette gegen GameStop 2021 – massive Verluste durch Short Squeeze (Fox Business (Wirtschaftsnachrichten))
  • Fonds Scion Asset Management geschlossen (2024) (Funds Society)
4Status heute

Wie viel Geld hat Michael Burry verdient?

Sein persönlicher Gewinn aus der großen Krise wird auf etwa 100 Millionen USD geschätzt. Zusammen mit früheren Erfolgen beläuft sich sein geschätztes Vermögen nach unabhängigen Quellen auf etwa 300 Millionen USD (Fox Business (Wirtschaftsnachrichten)). Der Hedgefonds Scion Capital erzielte zwischen 2000 und 2008 eine kumulierte Rendite von über 489 % – ein Wert, der die meisten Konkurrenten weit übertraf. Burry selbst nahm keine externen Gelder mehr auf, sobald er die Blase erkannt hatte, was seine Strategie schützte, aber auch seine Einnahmen begrenzte.

Ist Michael Burry Milliardär?

Nein. Trotz seines spektakulären Erfolgs beträgt Burrys Nettovermögen nach übereinstimmenden Schätzungen rund 300 Millionen USD – weit entfernt vom Milliardenstatus. Im Vergleich zu anderen legendären Investoren wie George Soros oder Ray Dalio ist das bescheiden. Der Grund: Burry investierte fast ausschließlich sein eigenes Vermögen und das weniger Partner, verzichtete auf die typische 2-und-20-Gebührenstruktur großer Hedgefonds und nahm nach 2008 kaum noch neues Kapital auf.

Geschätztes Nettovermögen ca. 300 Mio. USD
Höchster Fonds-Wert über 600 Mio. USD (2008)
Rendite Scion Capital (2000–2008) ca. 489 %
Status Milliardär Nein

Die entscheidende Frage bleibt: Wenn Burry so klug war, warum ist er dann nicht Milliardär? Die Antwort liegt in seiner risikoaversen, konträren Natur: Er setzte fast immer gegen den Markt, wetten gegen Trends – und das führte nicht selten zu schmerzhaften Verlusten zwischen den großen Gewinnen.

Ist Michael Burry ein guter Investor?

Burrys Ruf als Investment-Genie beruht fast ausschließlich auf einer einzigen, wenn auch spektakulären Wette. Der Erfolg von 2008 machte ihn zur Legende. Doch seine Bilanz seitdem ist gemischt. Nach der Schließung von Scion Capital im Jahr 2008 gründete er 2013 Scion Asset Management neu – erneut mit einem kleinen, privaten Kapitalstock. Seine Wetten gegen Tesla (2020) und auf den Goldpreis (2010) erwiesen sich als teure Fehler. Analysten bei Fox Business (Wirtschaftsportal) betonen: Burrys Stärke lag weniger in konsistenter Überrendite als in der Bereitschaft, gegen den Markt zu wetten – eine Eigenschaft, die in normalen Bullenmärkten selten belohnt wird.

Kernaussage

Michael Burry bleibt der ewige Bär der Wall Street. Sein Erfolg von 2008 ist unbestritten, doch seine späteren Wetten zeigen einen Investor, der gegen den Strom schwimmt – und dabei oft selbst unter die Räder kommt.

Ist Michael Burry noch immer short?

Auch Ende 2025/Anfang 2026 bleibt Burry aktiv, aber sein öffentliches Short-Engagement hat sich verlagert. Nach SEC-Einreichungen seines inzwischen geschlossenen Fonds Scion Asset Management hielt Burry im Jahr 2025 Put-Optionen auf NVIDIA und Palantir – Wetten gegen die hochbewerteten KI-Aktien. Fortune (Wirtschaftsmagazin) berichtet, dass diese bärische Positionierung im November 2025 offengelegt wurde. Im Februar 2026 zeigte eine weitere Meldung eine Short-Wette auf den Halbleiter-Index SOXX über Laufzeit bis Januar 2027. Dass sein Fonds inzwischen geschlossen ist, bedeutet aber nicht, dass Burry privat nicht weiter short agiert – genaue Positionen sind jedoch nicht mehr öffentlich einsehbar.

Die entscheidende Lektion: Burry bleibt der ewige Bear. Sein ganzes Anlageleben lang setzt er auf Crash-Szenarien. Das bringt nicht nur spektakuläre Erfolge, sondern auch regelmäßige Verluste, weil er zu früh oder zu lange short bleibt.

Scion Capital und der Big Short – die beste Wette der Finanzgeschichte?

Die Vorgeschichte ist bekannt: Burry erkannte als einer der ersten, dass US-Subprime-Hypotheken in großem Stil notleidend werden würden. Sein Hedgefonds Scion Capital kaufte ab 2005 Credit Default Swaps auf faule Immobilienkredite – eine Wette, die zunächst mehrere Jahre lang Verluste einbrachte und seine Investoren verärgerte, bevor sie 2007/2008 mit einem Gewinn von über 100 Millionen USD endete. Michael Lewis verewigte die Geschichte in seinem Buch The Big Short, 2015 wurde sie verfilmt.

Doch die Erfolgsgeschichte hat eine zweite, weniger bekannte Seite: Burry schloss Scion Capital bereits 2008 – aus Überdruss am ständigen Druck der Anleger. Er gab später zu, dass die emotionalen Kosten enorm waren. Statt Hedgefonds-Gebühren in Milliardenhöhe kassierte er nur einen Bruchteil. Einem Investor, der ihn 2008 fragte, ob er das Geld halten könne, antwortete Burry knapp: „Nein. Bringen Sie es zurück. Ich werde den Fonds schließen.”

Ist Michael Burry ein guter Investor? – Eine differenzierte Bilanz

Burrys Performance nach 2008 ist gemischt. Er setzte auf fallende Goldpreise, wettete gegen Tesla und später gegen meme stocks wie GameStop – und verlor dabei mehrfach. Im Jahr 2021 beispielsweise erlitt sein Fonds Scion Asset Management einen Verlust, als GameStop entgegen seiner Short-Erwartung explodierte. Berichten zufolge kostete ihn diese Wette mehrere Millionen.

Die folgende Tabelle fasst Burrys wichtigste Wetten zusammen:

Jahr Wette / Position Ergebnis (geschätzt)
2005–2008 Short Subprime-Hypotheken (CDS) + 489 % (Fondsrendite)
2010–2014 Long Gold / Short Gold Verlust
2020–2021 Short Tesla Verlust
2021 Short GameStop (via Scion) starker Verlust durch Short Squeeze
2025/2026 Put-Optionen auf NVIDIA, Palantir, Halbleiterindex offen, hohe Volatilität

Das Muster: Ein riesiger Gewinn, viele Verluste dazwischen – typisch für einen Black-Swan-Investor.

“Ich bin kein Hellseher. Ich lese nur Bilanzen.” – Michael Burry

Die Methodik: Value Investing mit Crash-Wetten

Burrys Strategie ist tief im Value Investing verwurzelt, beeinflusst von Benjamin Graham. Doch er kombiniert sie mit makroökonomischen Wetten – oft gegen den Markt. Seine Analyse ist datengetrieben, detailversessen und eigenbrötlerisch. Er sucht nach Unternehmen mit niedrigen Bewertungen und hoher Cash-Generierung, hält aber auch massive Short-Positionen, wenn er systemische Risiken wittert. Nach Reddit (Diskussionsplattform für Anleger) beschreibt Burry seinen Ansatz selbst als „denkende Anleger kaufen, wenn alle anderen verkaufen”.

Dieser Ansatz ist extrem volatil. Wie Fox Business (Wirtschaftsnachrichten) in einer Analyse feststellt: “Burrys Strategie ist brillant in Krisenzeiten, katastrophal in Bullenmärkten.” Die Kehrseite: Wer 2009 seinen Shorts treu blieb, verpasste die größte Rallye der Geschichte.

„Burrys Strategie ist brillant in Krisenzeiten, katastrophal in Bullenmärkten.” Fox Business (Wirtschaftsnachrichten)

Ist Michael Burry noch immer short?

Ja – zumindest war er es bis zuletzt. Die im November 2025 veröffentlichte 13F-Einreichung von Scion Asset Management zeigt erhebliche Put-Positionen gegen NVIDIA, Palantir und über den Halbleiter-ETF SMH. Das heißt, Burry wettet auf fallende Kurse bei den großen KI-Gewinnern. Ein Bericht von Fortune (Wirtschaftsmagazin) bestätigt diese Positionen. Allerdings wurde Scion Asset Management Anfang 2025 geschlossen – ein Schritt, der viele seiner langjährigen Investoren überraschte.

Die Schließung des Fonds bedeutet nicht, dass Burry nicht mehr handelt. Als Privatinvestor ist er nicht mehr verpflichtet, seine Positionen offenzulegen. Die 13F-Einreichungen für das vierte Quartal 2024 zeigen jedoch keine neuen Positionen. Ob er immer noch short ist, bleibt offen – die Zeichen deuten darauf hin, dass er weiter stark auf fallende Märkte setzt.

Burry im Vergleich zu anderen Investoren

Die folgende Tabelle stellt Burry anderen prominenten Investoren gegenüber:

Investor Strategie Bekannteste Wette Vermögen (geschätzt)
Michael Burry Contrarian / Short Subprime-CDS 2008 ~300 Mio. USD
Warren Buffett Value Investing (Long) Berkshire Hathaway >100 Mrd. USD
Bill Ackman Aktivismus / Long-Short Pershing Square >10 Mrd. USD
David Einhorn Value / Short-Selling Greenlight Capital >2 Mrd. USD

Der Vergleich zeigt: Burry hat nie ein dauerhaftes Fondsmodell aufgebaut. Er verwaltete fast immer nur sein eigenes Geld und das weniger Partner – und zog sich oft aus dem Spiel zurück, wenn die Börse heiß lief. Sein Vermögen ist groß, aber nicht im Bereich der ganz großen Hedgefonds-Manager. Ähnlich wie bei Hubert Burda oder Clemens Fuest zeigt sich auch bei Burry der Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen auf den Erfolg.

Hat Michael Burry Geld verloren?

Ja, und zwar mehrfach öffentlich sichtbar. Nach 2008 setzte er auf fallende Goldpreise – der Goldpreis stieg weiter. Er shortete den S&P 500 zu früh und musste seine Positionen glattstellen. Seine Wette gegen Tesla 2020 fiel mit einem Kurssprung von 700 % zusammen – ein verheerender Verlust. Auch auf GameStop setzte er 2021 gegen die Meme-Aktie und verlor, als die Kleinanleger den Kurs nach oben trieben. Laut SEC-Unterlagen reduzierte Scion das Portfolio im Jahr 2024 drastisch. Der Anteil an Klarpartnern schrumpfte auf nahe Null.

“In der Welt des Investierens kann man genauso falsch liegen mit einer brillanten Idee wie mit einer dummen.” – Michael Burry (in Anlehnung an seine Substack-Beiträge)

Das Fazit: Burrys Verluste sind eklatant, aber er hat aus allen gelernt – und wettet weiter.

Wer ist Michael Burry wirklich – jenseits von The Big Short?

Michael Burry wurde 1971 in New York geboren. Er studierte Medizin und arbeitete als Arzt, bevor er sich ganz dem Investieren widmete – ein ungewöhnlicher Werdegang an der Wall Street. Seine Investmentphilosophie: radikale Unabhängigkeit. Er liest tausende von Seiten an Bilanzberichten und sucht Wertpapiere, die der Markt massiv falsch bewertet. Sein Kryptonit: Er bleibt zu lange in Short-Positionen und unterschätzt die Fähigkeit des Marktes, „irrational” zu bleiben.

Sein Substack-Blog Magnetism ist Pflichtlektüre für Value-Investoren. Dort teilt er seine Gedanken zu Marktpsychologie, Bilanzanalyse und Fehlbewertungen. Anders als viele Fondsmanager vermeidet er öffentliche Auftritte.

Die wichtigsten Stationen seiner Karriere

  • 1996–2000: Medizinstudium und Assistenzarztzeit. Parallel betreibt er Aktienanalyse auf Finanzforen (Wikipedia).
  • 2000–2008: Gründung von Scion Capital. Subprime-Wette mit Credit Default Swaps, Gewinn von über 100 Mio. USD privat und 489 % Rendite für den Fonds (Fox Business (Wirtschaftsnachrichten)).
  • 2008–2013: Burry schließt Scion Capital und zieht sich zurück. Verluste in eigenen Anlagen (Fox Business (Wirtschaftsnachrichten)).
  • 2013–2024: Scion Asset Management mit Fokus auf Value und Shorts. Fonds schließt Anfang 2025 (Funds Society).
Was zu beachten ist: Burrys Karriere zeigt das klassische Muster eines „Black Swan”-Investors: Ein gigantischer Gewinn, viele kleine Verluste dazwischen. Das ist kein Buy-and-Hold-Stratege.

Dieses Muster prägt seinen gesamten Werdegang.

Die wichtigsten Wetten nach 2008

  • 2010–2012: Short auf Gold – verlustreich, da Gold weiter stieg (Fox Business (Wirtschaftsnachrichten)).
  • 2019: Short auf Tesla – verlustreich, da Tesla massiv zulegte (Fox Business (Wirtschaftsnachrichten)).
  • 2021: Short auf GameStop – Verlust durch Meme-Aktien-Phänomen (Fox Business (Wirtschaftsnachrichten)).
  • 2023–2025: Put-Optionen auf KI-Aktien (NVIDIA, Palantir) und Halbleiter-Index (Fortune (Wirtschaftsmagazin)).

Jede dieser Wetten zeigt seine Bereitschaft, gegen den Konsens zu wetten – mit wechselndem Erfolg.

Hat Burry den Markt 2025 wieder richtig gelesen?

Das bleibt offen. Während seine Wetten gegen NVIDIA und Palantir aus dem Jahr 2025 kurzfristig ins Positive drehten, als der KI-Hype abflachte, bleibt der langfristige Ausgang ungewiss. Was sich hingegen bestätigt: Burry handelt konsequent antizyklisch. Er kauft, wenn andere verkaufen – und verkaufte, wenn andere blind kaufen. Diese Haltung mag nicht immer profitabel sein, aber sie ist selten und mutig.

Fazit Michael Burry ist kein Milliardär, aber ein außergewöhnlicher Investor mit einer klaren Strategie: tiefe Recherche, massive Geduld und Wetten gegen den Konsens. Er hat 2008 spektakulär gewonnen, danach jedoch oft verloren. Trotzdem bleibt er einer der unabhängigsten Köpfe der Finanzbranche.

Seine Geschichte begann mit einer kühnen Wette gegen den Immobilienmarkt, die in Michael Burrys Portfolio und der Big Short ausführlich beschrieben wird.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wurde Michael Burry im Film The Big Short richtig dargestellt?

Im Film wird Burry von Christian Bale gespielt. Die Darstellung gilt als weitgehend zutreffend, insbesondere sein sozialer Rückzug und sein obsessiver Analyse-Stil.

Hat Burry nach 2008 noch Geld verdient?

Ja, aber mit Unterbrechungen. Einige Wetten (z. B. gegen den Markt 2022) gingen auf, andere (Tesla, GameStop) führten zu Verlusten. Langfristig ist seine Rendite nach 2008 laut Daten von WhaleWisdom & SEC-Einreichungen deutlich niedriger als vor 2008.

Wird Michael Burry noch aktiv handeln?

Nach Schließung von Scion Asset Management 2025 ist öffentlich kaum noch etwas bekannt. Er schreibt auf Substack und könnte dort Privatanlegern seine Gedanken mitteilen.

Wie hat Burry die Subprime-Krise vorhergesehen?

Er analysierte die Kreditvergabestandards und Verbriefungsketten im Hypothekenmarkt und erkannte, dass die Qualität der zugrunde liegenden Kredite katastrophal war. Diese Erkenntnis war 2005 der Auslöser für seine Wetten auf fallende Immobilienpreise.

Welche Aktien hält Burry aktuell?

Die letzten verpflichtenden Meldungen stammen aus Q4 2024 und Q1 2025. Sie zeigten Positionen in Cinedigm, Geo Group und anderen. Die Interpretation seiner aktuellen Strategie bleibt schwierig, da keine neuen 13F-Einreichungen vorliegen.

Ist Burry mit Elon Musk im Konflikt?

Ja, Burry twitterte mehrfach kritisch über Tesla und Musk. 2021 nannte er Tesla-Aktien „albern”. Später entschuldigte er sich teilweise, blieb aber skeptisch.

Zusammenfassung

Michael Burry ist kein Milliardär und kein klassischer Hedgefonds-Manager – er ist ein eigenbrötlerischer Analytiker mit einer der treffsichersten Prognosen der Finanzgeschichte. Seine Methoden lehren Demut vor dem Markt, doch seine jüngsten Wetten zeigen auch seine Verwundbarkeit. Für Privatanleger folgt daraus: Short-Wetten sind kein langfristiges Erfolgsmodell. Wer aber verstehen will, wie man gegen den Strom denkt, findet in Burry ein lehrreiches – wenn auch riskantes – Vorbild.



Marvin Felix Wagner Wolf

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